Karrierepfade – Maren Glissmann

2021-02-17T16:57:48+01:0019. Februar 2021|Tags: , , , |
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In unserer Rubrik „Karrierepfade“ fragen wir erfolgreiche Köpfe aus unserer Branche nach ihrem Werdegang, was sie an ihrem Beruf toll finden – und was nicht. In dieser Ausgabe: Maren Glismann

MAREN GLISMANN

Jahrgang 1980

Ausbildung IT-Systemelektronikerin

Derzeitige Position: Head of Customer Service bei About You

Kontakt MAREN GLISMANN

Was hast Du gemacht, bevor Deine Karriere im Customer Service startete?

Da muss ich etwas weiter ausholen. Wie viele Jugendliche wusste ich während meines Abiturs nicht so richtig, was ich nach der Schule machen wollte. Die klare Vorgabe meiner Mama war: erst eine Ausbildung, danach studieren. Ich habe mich für alle möglichen Berufe beworben – als Reiseverkehrskauffrau, Bankkauffrau und IT-Systemelektronikerin. Ich entschied mich für die Ausbildung zur IT-Systemelektronikerin bei Bosch Telecom. Den Beruf gab es erst seit einem Jahr und ich war eines der ersten Mädchen. Mit der Hoffnung, zumindest ein paar Gene meiner Mutter (sie ist Maschinenbauingenieurin) mitbekommen zu haben, wagte ich das Abenteuer.

Noch während meines ersten Ausbildungsjahres wurde ich schwanger, konnte die Elternzeit nehmen und stieg dann einfach ins nächste Lehrjahr wieder ein. 2002 ging ich der Liebe wegen wieder in die Heimat, bekam dort 2003 und 2005 meine beiden Jungs. Zwischenzeitlich hielt ich mich mit diversen Jobs über Wasser. Nach den Geburten meiner Söhne stand für mich fest: Ich brauche eine solide Basis, sprich einen Job, der uns zumindest ernährt. Also startete ich bei einem großen Telekommunikationsanbieter im 50 Kilometer entfernten Neubrandenburg als Agentin – „erst mal vorübergehend, bis ich was Ordentliches hab“, dachte ich damals. Das war September 2006.

Und wie ging es dann weiter?

Schon im Februar 2007 war ich Teamleiterin. Wenig später kam die Nachricht: Ich bin erneut schwanger. Als frisch gebackene Teamleiterin? Elternzeit, Mutterschutz? Wie die Karriere fortsetzen? Sie hatte doch gerade erst begonnen? Ich entschied mich, auf die Elternzeit zu verzichten. Meine beiden Vorgesetzten haben an mich geglaubt und mir weiter ihr Vertrauen geschenkt – übrigens zwei tolle Frauen, die mich sehr geprägt haben. Für sie gab es nie Zweifel, dass eine vierfache Mutter gute Leistung im Job erbringen kann.

Das tat ich mehr denn je, auch wenn ich mit den Kindern nach der Trennung Anfang 2008 ganz auf mich allein gestellt war. Jeden Meter, den man mir entgegenkam, versuchte ich doppelt zurückzugeben. Meine Kinder waren der Ansporn, meine Karriere voranzutreiben – nicht wegen des Geldes, sondern weil eine Abteilungsleiterin am Wochenende nicht arbeiten muss. 2009 wurde ich Gruppenleiterin.

2012 kehrte ich Arvato den Rücken und zog in die Nähe meiner Mutter nach Hamburg. Dort fand ich schnell Anschluss in ähnlicher Position bei Teleperformance. 2014 wechselte ich als Standortleiterin zum mittelständischen Unternehmen Cell it!, wo ich auch wieder viel dazugelernt habe.

Ende 2016 kam der Wechsel vom BPO-Dienstleister zur Commercial-Seite, zu Europcar. „Jackpot!“, dachte ich. Tatsächlich war meine erste Aufgabe die Entlassung beinahe aller Servicemitarbeiter und parallel dazu die Organisation des Outsourcings. Das war eine prägende Station. Mein damaliger Chef Marcus Scholz hat mich sehr beeindruckt, Diplomatie gab es als Lektion gratis. Das waren krasse zweieinhalb Jahre. Heute ist About You meine Heimat und ich fühle mich endlich angekommen – der Spirit, das Mindset, die Wertschätzung, alles stimmt. Von mir aus darf About You gern mein berufliches Zuhause für die nächsten Jahre sein.

Welche waren Deine prägenden Karrierestationen?

Arvato und Europcar.

Was liebst Du an Deinem Beruf?

Trotz Roadmap und Strategie ist das operative Tagesgeschäft der allumfassende Wahnsinn! Eigentlich weiß ich heute nicht, was morgen passiert, es gibt immer neue Themen, das hält lebendig. Der Beruf ist unglaublich abwechslungsreich und vielfältig.

Und was ist nicht so toll?

Wenn ich etwas benennen muss – was mir schwerfällt –, dann ist es der manchmal ziemlich heftige Workload. Der gehört aber zum Business.

Würdest Du dem Nachwuchs empfehlen, Karriere im Customer Service zu machen?

Absolut würde ich das empfehlen. Jeder, der sich nicht klar für das eine oder andere entscheiden kann, sollte sich im Customer Service versuchen. Es ist aus so vielen Berufssparten etwas dabei: Man braucht Affinität für Zahlen, technisches Verständnis, Empathie, Psychologie, Kreativität, Durchsetzungsstärke und hat ständig wechselnde Rahmenbedingungen. Customer Service ist ein Inbegriff von Diversity, man kann sich in vielerlei Richtung entwickeln.

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