Vom guten Ruf im World Wide Web

2020-11-27T18:16:23+01:0002. September 2010|Tags: , , , , , , , |

Das Internet ist längst ein Alltagsmedium geworden. Laut (N)Onliner Atlas 2010 befinden sich 72 Prozent der Deutschen im Netz. Bei den 14- bis 29-Jährigen liegt die Zahl der Internetnutzer mit 95,8 Prozent noch einmal deutlich höher. Dennoch stellt das World Wide Web vor allem für Unternehmen eine enorme Herausforderung dar.

Durch die Transparenz der Inhalte werden Unternehmen und ihre Mitarbeiter schneller angreifbar. In der heutigen Bewertungskultur ist es ganz selbstverständlich, sich im Internet über Dienstleistungen, Produkte und Unternehmen auszutauschen. Wer eine Reise bucht, schaut sich vorher die Kommentare anderer Reisender an und entscheidet sich erst dann für ein Hotel. Auch Restaurants, Mediziner oder Arbeitgeber müssen sich solchen Bewertungen vermehrt auf Plattformen wie Qype, Yelp und Kununu stellen. Das macht vielen Menschen Angst, muss es aber nicht, wenn man sich auf die neuen Spielregeln einlässt und lernt, sie bravourös zu meistern. Je selbstverständlicher und bewusster Sie mit Ihrer digitalen Identität umgehen, desto eher können Sie sich in diesen neuen Welten etablieren und das Internet zu Ihrem Vorteil nutzen. Nur wer selbst aktiv im Social Web agiert, kann seine Wahrnehmung online verbessern.

„Nur der, der im Web agiert, kann die Agenda bestimmen.“

Sie sind selbst für Ihren persönlichen Auftritt verantwortlich. Oftmals entscheiden die ersten zehn Suchergebnisse über Ihre Online-Reputation. Wenn Sie dazu nichts beitragen, überlassen Sie sich dem digitalen Zufall. Sobald Sie einem anderen Menschen begegnen, machen Sie sich innerhalb von wenigen Sekunden einen ersten Eindruck. Dieser liefert Ihnen oftmals ein erstes Indiz, wie vertrauenswürdig und kompetent Ihr Gegenüber ist. Haben Sie eine gute Erfahrung mit ihm gemacht, dann bleibt er Ihnen positiv in Erinnerung. Doch je mehr sich die Entscheidungsfindung ins Internet verschiebt, umso stärker entsteht die Reputation in einem abstrakten Raum, ohne persönlichen Kontakt, ohne direkte Erfahrungen. Deshalb ist es für jeden Einzelnen auch so wichtig, sein digitales Umfeld zu beobachten und aktiv am eigenen Personal Branding zu arbeiten.

Die Zahl der Dienste, die unter dem Begriff „Social Media“ zusammengefasst werden können, ist unüberschaubar, weil tagtäglich neue Werkzeuge und Anwendungen hinzu- kommen. Zu den bekanntesten Diensten zählen Facebook, Twitter, Xing und das Fotoportal Flickr. Sie machen Social Media aus und setzen dazu auf Dialog, Austausch und Transparenz. Denn ein Richtig oder Falsch gibt es in dem Sinne nicht, wenn Sie den Schritt ins Social Web wagen. Vielmehr geht es um das Verständnis, dass nur der, der im Web agiert, die Agenda bestimmen kann. Also (mit)entscheiden kann, was über Sie im Netz geschrieben wird.

Der erste Schritt ist von daher, immer ein kleines Social Media Monitoring über die relevanten Themengebiete zu betreiben. Das heißt, zumindest den eigenen Namen als Google Alert zu abonnieren, interessante Blogs per RSS-Feed zu beziehen beziehungsweise ganz allgemein die für Sie wesentliche Social-Media-Sphäre zu verfolgen. Dazu gehört auch, dass Sie sich mit den wichtigsten Influencern Ihrer Branche vernetzen und Ihre Kontakte ausbauen. Influencer, das sind einflussreiche, gut vernetzte Individuen mit relevanter Reichweite. Oftmals finden Sie diese auf den unterschiedlichen Social-Media-Plattformen mit einem eigenen Blog, auf Twitter, Facebook, Xing und Co.

Von einem eigenen Engagement profitieren Sie, da Social-Media-Elemente in der Google-Suche bevorzugt behandelt werden. Und heute ist es auch als Person mehr denn je entscheidend, bei der größten Suchmaschine auf den vorderen Plätzen gelistet zu werden. Das kann entscheidend für Ihre Karriere sein. Das Leben in den neuen Öffentlichkeiten fällt nicht immer leicht, weil sich jede Person und jedes Unternehmen immerzu beobachtet fühlen. Immer im Big-Brother-Modus zu leben kann die Gesellschaft komplett verändern und stellt eine große Herausforderung dar. Wo sind die Grenzen der öffentlichen Transparenz? Und wie steht es mit dem Datenschutz? Wie können Unternehmen trotz allem glaubwürdig und authentisch offline wie online agieren?

Allerdings, auch im 21. Jahrhundert steht der Mensch im Mittelpunkt. Deswegen sollten Sie Ihre digitale Identität mit Leben füllen. Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg.

Text:

Profi-Blogger Klaus Eck empfiehlt, aktiv an der Online-Reputation zu arbeiten. Klaus Eck ist Gründer und Inhaber von Eck Kommunikation in München. Seit mehr als zehn Jahren berät er Unternehmen vom KMU bis hin zum Dax-30-Konzern zu den Themen Onlinekommunikation, Online Reputation Management und Social-Media-Strategie. Außerdem ist er Herausgeber eines der meistgelesenen deutschen Kommunikations-Fachblogs, PR-Blogger und ein nachgefragter Redner auf Veranstaltungen. Gerade ist sein drittes Fachbuch „Transparent und glaubwürdig – das optimale Online Reputation Management für Unternehmen“ erschienen. www.eck-kommunikation.de

 

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